Wenn es so einfach wäre Geld nach Kuba zu überweisen wie innerhalb Europas, wäre ein weiterlesen ab hier nicht mehr nötig. Jedoch wird jeder der sich mit dem Thema schon einmal näher befasst hat schnell feststellen, dass es schlicht und einfach kompliziert, aufwendig und zu allem Überfluss auch noch teuer ist Geld nach Kuba zu senden. Eine detailliere Beschreibung der bestehenden Möglichkeiten sowie das Aufzeigen des effizientesten Weges wird in diesem Beitrag angeboten.
  1. Bestehende Wege
    1.1 Reguläre Überweisung
    1.2 Agentur / Überweisungsbüro
    1.3 Mitnahme / Post / etc.
  2. Der beste Weg Geld nach Kuba zu senden
    2.1 Kostenpflichtige Prepaid-Kreditkarte
    2.2 Kostenfreies Girokonto mit Kostenfreier Prepaid Kreditkarte

1.1 Eine Reguläre Überweisung

Reguläre Überweisung

Schon vorweg sei gesagt, gleich wie kompliziert es sein mag Geld auf ein kubanisches Konto zu überweisen, unmöglich ist es nicht. Da auch Kubaner über ein Girokonto verfügen können, gibt es die Möglichkeit vor Ort ein Konto zu eröffnen und über dieses Geld zu empfangen. Dass dieser Vorgang jedoch nicht so einfach abläuft wie hierzulande, bemerkt man erst, wenn man beginnt sich damit auseinander zu setzen. Zum einen muss in Kuba zu Einrichtung eines CUC-Kontos ein Guthaben von 50,- CUC bestehen, zum anderen muss dieses Guthaben auch noch dauerhaft bestehen bleiben. Das Abheben der zur Gründung einbezahlten Summe würde ansonsten zeitgleich die Auflösung des Kontos erwirken. Da in Kuba 50,- CUC in etwa die selbe Kaufkraft haben, wie in Europa ein ganzer Monatslohn, kann man sich vorstellen, wie schwer diese Vorgabe in die Tat umzusetzen ist.

Das zweite Problem ist, dass man Geld, welches man nach Kuba überweisen möchte, nicht einfach direkt an eine bestimmte Kontonummer senden kann. IBAN & BIC sind dort so gut wie nicht bekannt. In der Regel sendet man das Geld entweder an eine Zentralbank, oder an ein Sammelkonto des Kontoführenden Kreditinstitutes. Von dort aus wird es dann, wenn alle Daten richtig angegeben wurden, an das richtige ‚Unterkonto‘ überwiesen. Sollte nur eine Zahl bei der Übergabe der Daten an mehrere Banken „verdreht“ worden sein, ist es nötig einen Nachforschungsauftrag zu stellen. Dauer und Art des Ergebnisses bleibt dabei stets ungewiss.

Geht man nun voller Vorfreude zu seinem Kreditinstitut und erklärt dort guter Dinge, dass man jetzt Geld nach Kuba überweisen möchte, erhält man oft die Auskunft: „Das geht nicht“ oder „Das machen wir nicht“. Ob es sich dabei nun wirklich um bestehende Restriktionen oder nur um einen unwissenden Mitarbeiter handelt, ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich zu beurteilen und würde auch den Rahmen dieses Themas sprengen. Wenn es jedoch wie bei der ein oder anderen Bank geht (z.B. Commerz- & Postbank), dann liegen die Kosten dafür mindestens bei 12,- Euro je Vorgang zzgl. einer Gebühr, welche sich nach der zu versendenden Summe richtet.

Zusammenfassung:

Kosten: ab 12,- Euro + prozentuale Gebühr je nach Höhe des Betrages
Aufwand: (für den Sender) Relativ hoch. Mehrere Telefongespräche und Wege zur Bank sind nötig
Aufwand: (für Empfänger) Relativ  hoch. Ein CUC Konto vor Ort vorausgesetzt
Dauer: (alle Aufwände zusammen) Min. 3 in der Regel 5 – 7 Tage, unter Umständen auch länger
Vorteile:
Nachteile: Empfänger benötigt ein CUC-Konto mit Guthaben
(Es gibt auch Ausnahmen, dann genügt die persönliche Vorstellung mit dem Ausweis)

Fazit: Es ist möglich Geld nach Kuba zu überweisen. Der Zeitaufwand und das Risiko den Betrag komplett zu verlieren steht jedoch in keinem Verhältnis zu den angebotenen Möglichkeiten

1.2 Agentur / Überweisungsbüro

Auslandskrankenversicherung

An sich keine schlechte Sache. Imme mehr Dienstleister bieten den Service an, welcher im folgenden noch genauer beschrieben wird und verdienen mit der aufgeschlagenen Provision ein Zubrot (oder richtig Geld). Dabei werden viele gleich an den Marktführer Western Union* denken. Aber nein, bis dato gilt das Kuba-Embargo noch in den meisten Bereichen der Wirtschaft und dies untersagt bis auf wenige Ausnahmen, Geschäfte amerikanischer Unternehmen mit Kuba. So ist es ausschließlich aus den vereinigten Staaten selbst möglich über Western Union Geld dorthin zu senden (wohl als Möglichkeit für die Exilkubaner) oder eben in das Militär-Camp Guantánamo.

Aber zurück zum Thema. Eine Reihe von Anbietern ermöglichen den Geldversand nach Kuba. In den meisten Fällen läuft das Ganze wie folgt ab. Man nimmt Kontakt zu dem oft in Europa sitzenden Büro / der Agentur auf und äußert seinen Wunsch, Geld nach Kuba senden zu wollen. Beim ersten Mal ist es nötig seine Identität nachzuweisen. Das kann über das Post-Ident Verfahren geschehen, oder über ein einfaches Kopieren und Zusenden einer Ausweiskopie. Nach dieser Legitimierung bekommt man eine Kontonummer sowie einen Verwendungszweck genannt an den man den gewünschten Betrag senden kann. Ebenso wird einem auf Nachfrage vorab mitgeteilt, wie viel der Empfänger erhält.

Ist das Geld beim Dienstleister angekommen, dauert es in der Regel maximal 72 Stunden, bis der Betrag in Kuba zur Verfügung steht. Ab hier gibt es zwei Varianten. Entweder der finale Empfänger wird angerufen und er muss den Betrag selbst abholen, oder es wird direkt an die angegebene Adresse (bis nach Hause) gebracht. Abzüglich der Gebühr, welche das Überweisungsbüro erhebt, werden in Kuba unter Umständen auch noch einmal Gebühren für die Zustellung erhoben. Man sollte sich immer vorab erkundigen, wie viel am Ende tatsächlich abzüglich aller Kosten beim Empfänger ankommt. Das Ganze am besten schriftlich.

Zusammenfassung:

Kosten: Mindestens 20% des abgesendeten Betrages, je nach Anbieter auch mehr.
Aufwand: (für den Sender) Vertretbar. Einmaliger hoher Aufwand, dann weniger.
Aufwand: (für Empfänger) Gering. Maximal die Anreise in die nächst größere Stadt
Dauer: (alle Aufwände zusammen) Mindestens 2 Tage, in der Regel 5 – 7 Tage
Vorteile: Zuverlässig. Unkompliziert für den Empfänger
Nachteile: Hohe Transaktionskosten

Fazit: Nach einem einmalig hohen Aufwand, ist es eine bequeme aber teure Möglichkeit Geld nach Kuba zu senden.

1.3 Versand per Post / Persönliche Übergabe

Brief International

Auf keinen Fall zu empfehlen ist das Versenden mit der Post, bzw. mit einem Paket. Davon abgesehen, dass es ganz einfach nicht erlaubt ist, zählt die Zustellung von Briefpost in Kuba als besonders unzuverlässig. Genau so verhält es sich mit einem Paket / Päckchen. Es ist ganz klar verboten Geld per Brief, Paket oder Päckchen zu versenden.

Auch wenn das Versenden von Geld nach Kuba per Paket das ein oder andere Mal gelingen sollte, ist dieser Weg sehr risikoreich. Nicht nur weil wie bereits erklärt illegal, sondern auch, weil Briefpost oder Pakete regelmäßig geöffnet und kontrolliert werden. Da dieser Punkt nur der Vollständigkeit halber erwähnt wurde, werden keine Vor- und Nachteile des Ganzen genannt.

Einer der sichersten und normalerweise auch kostenlose Wege ist, die persönliche Übergabe. Diese setzt jedoch voraus jemanden zu kennen der regelmäßig nach Kuba reist. Am besten natürlich auch noch in die Zielregion des Empfängers. Wenn man keine Bekannten oder Familie hat, die häufig nach Kuba reisen und es sich um überschaubare Beträge handelt, kann das angeschlossene Kubaforum noch ein Ort sein, an dem man helfende Kontakte knüpfen kann.

 

2. Der beste Weg Geld nach Kuba zu senden

Kreditkarte Kuba

Zahlreiche Erfahrungen aus dem soeben genannten Kubaforum, allen zugehörigen sozialen Kuba-Kanälen sowie aus vielen Jahren Kontakt mit diesem Thema, haben den im folgenden beschriebenen Weg zu Tage gebracht. Neben einem einmaligen überschaubaren Aufwand, sind vor allem die Folgekosten gering bis nicht vorhanden. Das Geheimnis heißt Prepaid-Kreditkarte (auch Debitkarte genannt). Bei dieser speziellen Kreditkarte, handelt es sich um eine reine Guthabenkarte. Das bedeutet, man kann nur über den Betrag verfügen welcher auch einbezahlt wurde. Ein überziehen, bzw. „ins Minus gehen“ ist damit nicht möglich. Da es sich dabei aber immer noch um eine Kreditkarte handelt, ist das sekundenschnelle Abheben von Bargeld weltweit möglich.

Der Idee, sowie der Ablauf dahinter stellt sich wie im folgenden beschrieben dar.
Im besten Fall stellt man die Karte direkt auf den tatsächlichen Empfänger aus, was aber zumeist nur möglich ist, wenn dieser hier vor Ort ist bzw. war, um eine Unterschrift zu tätigen. Alternativ besorgt man sich selbst (auf den eigenen Namen) eine solche Karte und sendet diese nach Kuba. Sobald diese dort angekommen ist, lässt man dem Empfänger auch die zugehörige Geheimzahl zukommen. Mit beidem ausgestattet, kann diese/r dann vor Ort an so gut wie jedem EC-Automaten (Bankautomaten) direkt Geld abheben. Das Gute daran ist, dass neben der geringst möglichen Gebühr (1,5 CUC je 100,- abgehobenen CUC) der Wechselkurs tagesaktuell umgerechnet und ausbezahlt wird.

Es fällt also weder eine Wechselkurs- noch sonstige Gebühr an. Normalerweise lassen sich sogar die abgezogenen 1,5 CUC wieder erstatten, da die Anbieter mit einem gebührenfreien Abheben im Ausland werben. Ein weiterer Vorteil ist die sofortige Verfügbarkeit. Das bedeutet, ist die Karte einmal ausgestellt und wurde dem Empfänger zugesandt, kann dieser über einbezahltes Geld in sekundenschnelle verfügen.

 

Zusammenfassung:

Kosten: 1,5 CUC je 100,- abgehobenen convertiblen Pesos
Aufwand: (für den Sender) Einmaliger Aufwand. Anschließend nur noch überweisen
Aufwand: (für Empfänger) Gering. Abhebung am nächsten Geldautomaten
Dauer: (alle Aufwände zusammen) Einmalige Einrichtung mehrere Tage. Geldversand nur noch wenige Sekunden
Vorteile: Zuverlässig. Sehr schnell. Der günstigste Weg
Nachteile: –

Fazit: Wenn es darum geht mehr als einmal Geld nach Kuba zu senden, ist die Prepaid-Kreditkarte der beste Weg.

 

Anbieter:

Wüstenrot | Giro & Prepaidkarte (Kostenlos)*
Wüstenrot | Prepaidkarte (Kostenlos)*
Payandgo | Prepaidkarte (25,- Euro / Jahr)*
VIABUY | Prepaidkarte (89,79 Euro einmalig / 3 Jahre kostenlos / Geld abheben 5,- Euro)*
ICS | Kreditkarte 0,- Euro) Achtung, keine Prepaidkreditkarte!
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